türkischdeutsche-literatur
Orhan Veli Kanik Fremdartig

Fremdartig / Garip

türkisch-deutsch
Übersetzer (in unserer Datenbank):

Gedichte in 2 Sprachen.
Hrsg., übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Yüksel Pazarkaya
Frankfurt a. M., Dagyeli Verlag, 1985, 244 S. (Nr. 1 in der SWF-Bestenliste im März 1986)
vollständig überarbeitete Neuauflage
Berlin: Dagyeli Verlag, 2008, 264 S., ISBN 978-3-935597-05-0

Wie bei seinen Brüdern im Geiste (William Carlos Williams, Blaise Cendrars, Oswald de Andrade), die er teilweise nicht gekannt haben mag, ist bei Orhan Veli Kanik das Lakonische nie mager, das Trockene nie dürr. Das Lob der Faulheit und des poetischen Müßiggängers verträgt sich mit der sozialen Anklage und dem Tagtraum, in dem Wollust und Liebesschmerz nicht weniger gegenständlich sind als Liebesüberdruss und Melancholie.32
Orhan Veli Kaniks Gedichte liest man mit einer seltsamen Unruhe. Man unterbricht, man springt auf, schaut aus dem Fenster, ob noch alles da ist, man schüttelt den Kopf, liest weiter, unterbricht, springt wieder auf, läuft in die Küche, schlägt sich ein Ei in die Pfanne, isst, liest weiter und merkt gar nicht, dass das Buch schon aufgehört hat — denn plötzlich ist alles, der Stuhl, der Tisch, das Ei in der Pfanne ein Gedicht von Veli.33

Zurück