türkischdeutsche-literatur
Leyla Erbil Frau

Eine seltsame Frau

türkischer Titel: Tuhaf Bir Kadin (1971)
Übersetzer (in unserer Datenbank):

Roman
Nachwort von Erika Glassen
Zürich: Unionsverlag, 2006, 208 S.,
ISBN 3-293-10001-5
 
In „Eine seltsame Frau“ erzählt Leyla Erbil von der Bedrängnis einer 19-jährigen Studentin im Istanbul der späten 50er-, Anfang der 60er-Jahre. Eingekeilt zwischen traditionellen und religiösen Werten, Realitäten der Metropole und der aufkeimenden Studentenbewegung strebt sie nach persönlicher, dichterischer und politischer Emanzipation. Zu Hause ist sie mit ihrer auf Jungfräulichkeit fixierten Mutter konfrontiert, in den Cafés mit Pseudoliteraten und in ihrer politischen Organisation mit der Intelligenzija, die sich krampfhaft bemüht, zum Volk herabzusteigen. Das in der Türkei 1971 erschienene Buch ist nicht auf die Definition „Frauenliteratur“ beschränkt. Es bietet vielmehr einen ausgezeichneten Einblick in die sozialpolitische Entwicklung des Landes im letzten Jahrhundert, insbesondere in die Beschaffenheit der politischen Linken, die bis in die 80er-Jahre so geblieben ist. Das Buch sticht überdies aus den Neuerscheinungen hervor, die die Frauen aus der Türkei zum Thema haben. In Erbils Buch ist der Prozess der Selbstverwirklichung der Romanheldin ungemein komplexer als das bloße Ablegen des Kopftuches.

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