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Dialog Edition

In der Dialog Edition sind einige deutsch- und türkischsprachige Bücher erschienen:

Halbes Brot

Der ultimative Duisburg-Roman der türkischen Einwanderung

Halbes Brot (Org.: Yarim Ekmek, 2007, Literatür Verlag, Istanbul)
Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe
Duisburg, Dialog Edition, 2011, 436 S.
ISBN: 978-3-9812594-3-8

„Der ultimative Duisburg-Roman der türkischen Einwanderung. Mit seinem nun erstmals in deutscher Übersetzung erschienenen „Halbes Brot“ schuf Fakir Baykurt eine Menschenlandschaft türkischer Migrantenfamilien in Duisburg der 1980er Jahre – und damit das Panorama türkischer Einwanderung ins Ruhrgebiet.

„Halbes Brot“ ist eine Familiengeschichte, Liebesgeschichte und Roadnovel zugleich. Es dreht sich um das Schicksal der Deutschtürkinnen Kezik Acar und ihrer drei Kinder, die in Duisburg leben.

Früh verwitwet, kam Endvierzigerin Kezik Acar mit ihren Kindern nach Duisburg, wo sie als Tellerwäscherin in der Spülküche eines Altenheims arbeitet. Mit ihrem bescheidenen Lohn hat sie es immerhin zur Hausbesitzerin gebracht und eines der denkmalgeschützten Vorkriegshäuser im Duisburger Stadtteil Hochfeld erworben.

Für Kezik Acar ist die Sache klar: Sie will in Deutschland bleiben und möchte ihren verstorbenen Mann möglichst nahe bei sich haben, ja später auch neben ihm beigesetzt werden. Anders als ihre Landsleute macht sich die Mutter dreier in Deutschland aufgewachsener Kinder keine Illusionen darüber: Sie weiß, dass ihre Kinder in der neuen Heimat verwurzelt sind... und so will auch sie hier bleiben. Und dazu gehört, dass ihr geliebter, zu früh verstorbener Ehemann nahe bei ihr ist, also in Deutschland, damit sie hier um ihn trauern kann. Für Kezik, die seinerzeit nach dem tragischen Bahnunglück, bei dem der „Eisenbahner Mustafa“ ums Leben gekommen war, den Leichnam im Heimatdorf (und nicht in der Unglücksprovinz) hatte beisetzen lassen, erscheint es völlig natürlich, die Gebeine nun transnational zu bewegen und aus der Türkei nach Deutschland zu bringen. Für alle anderen erscheint dieses Ansinnen kurios. Doch davon lässt sich Kezik Acar nicht beirren.

Fakir Baykurt hat damit einen wichtigen Roman über die allmähliche Etablierung der Einwanderer geschrieben, und er hat den Prozess der Sesshaftwerdung und Niederlassung in vielfältiger Weise beschrieben. So eröffnet er nicht nur die Innensicht auf seine eigentliche Romanheldin, die „Gastarbeiterin“ Kezik Acar und ihre Familie, sondern er verleiht durch zahlreiche Figuren aus ihrem türkischen Umfeld auch der vielfältigen türkischen community von Duisburg eine Stimme.

Es ist Baykurts Verdienst, diesen Prozess auch durch Ausschnitte aus der Ratsversammlung in Duisburger Rathaus und den Kontroversen Redebeiträgen verschiedener politischer Anhänger anschaulich gemacht zu haben...“

Dr. Karin Yesilada
Universität Paderborn

Interreligiöser Dialog in Gelsenkirchen

Herausgegeben vom Interkulturellen Arbeitskreis Gelsenkirchen

ISBN 978-3-9812594-4-5

In unserer zunehmend pluralistisch geprägten Gesellschaft ist eine Stärkung des interreligiösen Dialogs notwendig, um sich besser kennen zu lernen und für gemeinsame Ziele auf den Weg zu machen. Ebenfalls kann die Förderung des Dialogs Konflikten vorbeugen. Bereits 2006 hat sich die 2. Gelsenkirchener Integrationskonferenz mit diesem Thema auseinander gesetzt. Ihre Ergebnisse sind in dieses Buch eingeflossen und weiter ausgearbeitet worden. Zugleich ist dieses Buch denjenigen gewidmet, die sich in Gelsenkirchen für den interreligiösen Dialog und interkulturellen Austausch einsetzen, vor allem dem mittlerweile verstorbenen Pfarrer Richard Walter. Sein Vermächtnis ist der Interkulturelle Arbeitskreis Gelsenkirchen, der 1972 als Dialogforum für den christlichmuslimischen Dialog gegründet wurde und sich heute für den jüdisch-christlich-muslimischen Trialog einsetzt.

Söz Uçar, Yazi Kalır – Das Gesprochene verfliegt, das Geschriebene bleibt

Literaturcafé Fakir Baykurt

ISBN 978-3-9812594-2-1

Das Literaturcafé Fakir Baykurt wurde am 1. Juni 1992 von Fakir Baykurt unter dem Dach der Duisburger Volkshochschule als Treffpunkt für türkische Arbeiterinnen und Arbeiter, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten gegründet, die sich für Literatur interessieren. Mit der Zeit wurde daraus eine Literaturwerkstatt, deren Ergebnisse in drei Gedichtbänden veröffentlicht wurden. Die Gruppe hat beschlossen, ihre Arbeit nach dem Tod ihres verehrten Lehrers im Jahr 1999 unter der Leitung von Mevlüt Âsar fortzusetzen. Das Hauptziel unserer Literaturwerkstatt besteht darin, für das schriftstellerische und pädagogische Erbe, das Fakir Baykurt hinterlassen hat, einzutreten. Die türkische Migrantenliteratur soll sich zu und auf einem hohen Niveau entwickeln und qualifizieren, um so einen Beitrag zur Literatur in Deutschland zu leisten. Wir wollen eine „Literaturbrücke“ zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Eingewanderten bauen, Literatur soll gleichermaßen den Einheimischen wie den Migranten zugänglich sein – ein Grund, warum unsere Veröffentlichungen in zwei Sprachen erscheinen.

Anlässlich des 10. Todestags von Fakir Baykurt erscheint in der Dialog Edition die zweisprachige Anthologie.

Türkische Literatur in deutscher Sprache (1800 – 2008)

Herausgegeben von Tayfun Demir

ISBN 978-3-9812594-0-7

Lange Zeit verhinderte ein verfremdeter Blick auf die Türkei die Rezeption. Gesucht wurden vor allem exotische Szenarien, das Fremde, das Geheimnisvolle, ein Orient, den es zumindest in der Türkei so nicht mehr gibt. Die moderne Türkische Literatur ist vielfältig und polyphon. Sie hat sich längst Großstadtthemen ebenso geöffnet, wie formalen Experimenten, den Genres wie Kriminalliteratur und den sich rasch verändernden Geschlechterbeziehungen.

Jüngere türkische Autoren stellen sich aber durchaus auch der Tradition. Ein frischer, spielerischer Blick auf das reiche Erbe der Osmanischen Zeit bringt viele Werke hervor, die auf kreative Art und Weise den Modernisierungsweg einer, muslimisch geprägten, inzwischen aber weitgehend säkularisierten, Kultur beschreiben. Symptomatisch für diese Entwicklung ist der Erfolg des türkischen Romans, der in den letzten Jahrzehnten das traditionelle Genre der Lyrik an Bedeutung überholt hat. Dabei fällt auch die große Zahl der Schriftstellerinnen auf, die die türkische Prosasprache seit den frühen Sechziger Jahren revolutioniert haben. Die breite Rezeption dieser Autorinnen steht in Deutschland noch aus, auch wenn einige ihrer Werke bereits übersetzt sind oder in Kürze erscheinen werden. Ob sie auch beim Publikum ankommen werden, bleibt eine offene Frage.

Türkischdeutsche Literatur – Chronik literarischer Wanderungen

Herausgegeben von Tayfun Demir

ISBN 978-3-9812594-1-4

„Türkischdeutsche Literatur – Chronik literarischer Wanderungen“ ist der zweite Band des bibliografischen Werkes mit einer besonderen bibliophilen und durch Buchumschläge, Portraits, Karikaturen illustrierten Gestaltung. Sie enthält Informationen über die literarischen Produkte der Migration und dokumentiert die Entwicklung von türkischer Literatur über folgende Etappen: Türkische Migranten, die zunächst in Deutschland türkisch über Themen wie Fremdheit, Sehnsucht nach Heimat, Einsamkeit, kulturelle Differenz schreiben und in Übersetzungen publizieren, bis hin zu der Literatur jener türkischstämmigen Autorinnen und Autoren, die sich in deutscher Sprache zuhause fühlen. Neben der Bibliographie der aus dem Türkischen übersetzten Literatur in deutscher Sprache gibt es nun die Bibliographie einer Literatur, die sich in Deutschland entwickelt hat, sich in deutscher Sprache vollzieht und sozial, ästhetisch und hermeneutisch Teil deutscher Literatur und Literaturgeschichte ist.