Barbarosoğlu, Nalan
Ihre erste Erzählsammlung erschien 1996 unter dem Titel Ne Kadar da Güzeldir Gitmek (Wie schön ist es doch zu gehen). Barbarosoğlu veröffentlichte bisher vier Bände mit Erzählungen, in denen sie die Einsamkeit des Großstadtmenschen, Fremdheitsgefühle in der modernen Gesellschaft und daraus resultierende innere Konflikte thematisier
Werke
In: Liebe, Lügen und Gespenster,
S. 50-63
Berlin: Dagyeli Verlag, 2008, ca. 220 S., ISBN 978-3-935597-70-8
In einer Stadt mit reicher Vergangenheit spielen sich die kleineren und größeren Alltagsturbulenzen einer Metropole ab – ein wilder Stier, der die Menschen zertrampelt, wenn sie ihn erzürnen. Die Protagonistin Gülnaz, aufgrund unglücklicher Lebensumstände zur Prostituierten geworden, stemmt sich gegen das wilde Tier. Sie versucht, die Männer zu bezwingen, die sich an ihr vergehen, ermordet sie gar. Gülnaz wird damit zur Projektionsfläche für erlittenes Unrecht. Ihre Verbrechen bleiben ungesühnt, sie kommt und geht wie ein Gespenst. Mit jedem Mord gewinnt Gülnaz an Kraft. Sie mordet, um den Makel von ihr und der Stadt abzuwaschen, der sich in den 80er Jahren, in den Putschzeiten, auf ihr anhäufte.

