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Abasiyanik, Sait Faik

1907 - 1954

Geboren 1907 in Adapazari, gestorben 1954 in Istanbul. Studium an den Universitäten Istanbul und Grenoble. Kaufmännischer Beruf, dann Journalist. Veröffentlichte seit 1934 Kurzgeschichten, später auch Kurzromane und Lyrik. Seine in 13 Büchern gesammelten Erzählungen — meist skizzenhafte Impressionen, bisweilen mit surrealistischem Einschlag — machten den poetischen Realisten mit Geschichten voll Intuition und Emotion zum Klassiker der modernen Kurzprosa.

Sait Faik gilt in der türkischen Literatur als der „Erzähler des Ichs“. Ereignisse, soziale Bedingungen und gesellschaftliches System können nur durch die subjektive Wahrnehmung dieses Ichs näher bestimmt werden und sich eingrenzen lassen. Sait Faik entgegnet allen, die ihn und seine Weltsicht zurückweisen: „Das ist immer die letzte Frage! Wo sind die Menschen?“

1953 erhielt der Autor in den Vereinig-ten Staaten den Mark-Twain-Preis und wurde als Ehrenmitglied in die Mark-Twain-Gesellschaft aufgenommen.

Einer der angesehensten Literaturpreise der Türkei ist nach ihm benannt. Der Sait Faik Preis für Erzählungen wird seit 1955 vergeben.

„Einer der bedeutendsten türkischen Erzähler dieses Jahrhunderts, besonders ein Meister der Kurzprosa. Seine lyrisch gefärbten Kurzgeschichten sind häufig kopiert worden und doch unverwechselbar geblieben.“ (P. Kappert)

Sait Faik Abasiyaniks Bestreben ist, den Lebenskampf und die kleinen Freuden von Arbeitern, Fischern, Straßenmusikanten, Säufern, Matrosen... nicht unter dem Gesichtspunkt der oft zum Schematismus neigenden Sozialkritik darzustellen, sondern die innere Welt des Individuums mitzuerleben und für den Leser lebendig werden zu lassen. (B. Atsiz in Kindler)

Werke

Erzählung
In: Akzente. Heft 6 / Dezember 1980,
S. 493-495

Erzählung
In: Die Pforte des Glücks, S. 185-189

Erzählung
In: Die Pforte des Glücks, S. 358-361

Der Samowar
Erzählungen
Frankfurt a. M.: Dipa Verlag, 1996,
254 S., ISBN 3-7638-0365-3
Erzählung
In: Türkische Erzählungen des 20. Jahrhunderts

In: Erkundungen, S. 38-42

Erzählung
Aus dem Türkischen von Andreas Tietze
In: Die Pforte des Glücks, S. 73-79

Erzählung
In: Akzente. Heft 6 / Dezember 1980,
S. 488-493

Erzählung
In: Erkundungen, S. 75-78

Erzählung
In: Von Istanbul nach Hakkari, S. 74-80

Ein Lastkahn namens Leben
Frankfurt a. M..: Dipa Verlag, 1991, 200
S., ISBN

Erzählung
In: Die Türkei erzählt, S. 20-231

Ein Punkt auf der Landkarte

Erzählung
Frankfurt a. M., Dagyeli Verlag, 1991, 256 S., ISBN 3 89329 118 0

Erzählung
In: Erkundungen, S. 87-892

Erzählung
In: Erkundungen, S. 83-86

Erzählung
In: Modern Türk Klasikler, S. 44-60 (Zweisprachig)

Erzählung
In: Erkundungen, S. 79-82

Erzählung
In: Die Pforte des Glücks, S. 227-2313

Verschollener gesucht

Ein Roman und 3 Erzählungen
Frankfurt a. M., Dipa Verlag, 1993,
224 S., ISBN 3-7638-0199-5

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