türkischdeutsche-literatur

Atay, Oğuz

Geboren 1934 in Inebolu, gestorben 1977 in Istanbul. „Atay ist mit seiner Neigung zu experimentellen, Gattungsbegriffe sprengenden Schreibweisen, aber auch mit seinem schwarzen, abgründigen Humor ein Einzelgänger innerhalb der türkischen Gegenwartsliteratur, der weder einer Schule noch einer politischen Richtung zuzurechnen ist und auch keinen Nachfolger fand. Nach seinem Tod blieb er einige Jahre fast vergessen, bis eine 1984 begonnene Gesamtausgabe ihn mit Erfolg wieder in das Bewußtsein der türkischen Leser zurückbrachte“. (C.K.N. in Kindler)

Werke

In: Türkische Erzählungen des 20. Jahrhunderts, S. 180-191

Roman eines Wissenschaftlers

Zürich, Unionsverlag, 2009, ca. 320 S., (Vorankündigung „Türkische Bibliothek“)

Der erste Entwicklungsroman der türkischen Literatur. Der Wissenschaftler Mustafa Inan erscheint, nicht ohne Skrupel und Widersprüche, als Leitfigur der türkischen Moderne, der es gelingt, östliche und westliche Elemente, Mevlana (mystische Weisheit) und Einstein (logisches Denken) miteinander in Einklang zu bringen. Er diagnostiziert als Grundübel für die Rückständigkeit seiner Heimat und der Länder des Nahen Ostens die Trägheit des Denkens und das Festhalten an falschen Autoritäten.

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