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Alı Sabahattin

Sabahattin Ali wurde 1907 in Gümülcine (im heutigen Nordgriechenland) geboren. Von 1928 bis 1930 studierte er in Berlin und arbeitete später als Deutschlehrer in der Türkei. Zusammen mit Aziz Nesin gab er satirische und literarische Zeitschriften heraus, wurde jedoch aufgrund seiner sozialkritischen Positionen immer wieder verhaftet. Beim Versuch, nach Bulgarien zu fliehen, wurde Sabahattin Ali am 2. April 1948 kurz vor der Grenze in Kırklareli ermordet. Die genauen Umstände seines Todes konnten nie vollständig geklärt werden. Sabahattin Ali gilt als Großmeister der türkischen Prosa, seine Werke gehören zu den Klassikern der literarischen Moderne (Unionsverlag).

Werke

Erzählungen
Berlin / DDR, 1953, 227 S.

Der Dämon in uns

Roman
Nachwort von Erika Glassen
Zürich: Unionsverlag, 2007, 352 S.,
ISBN 3-293-10007-4
Ein großer Istanbul-Roman über die ruhelose Generation der frühen Republikjahre: Ömer und Macide, beide heimatlos in der vibrierenden Großstadt, suchen ihr Glück und verlieren es wieder.
Als Ömer bei einer Fahrt auf dem Bosporus Macide erblickt, durchfährt es ihn wie ein Blitz: Er kennt diese Frau bereits! Macide bricht alle Brücken hinter sich ab, verlässt ihre Familie und zieht zu ihm in seine Kammer. Eine Weile leben die beiden selig in ihrer eigenen Welt. Doch dann melden sich die Dämonen in Ömer: Zweifel, Unsicherheit, Verlockungen. Wirre Kaffeehaus-Intellektuelle ziehen ihn in gefährliche Abenteuer.

Sabahattin Ali war ein Bahnbrecher in der türkischen Literatur. Sein Roman ist eine Liebeserklärung an Istanbul und seine Bewohner. Die junge Republik hat das Oberste zuunterst gekehrt. In den Kneipen, Tanzsälen, Konzert-Cafés, Kinos, dunklen Werkstätten, Märkten und Straßen begegnen sich Luxus und Armut, Absteiger und Neureiche.

Erzählung
In: Das Geisterhaus. Türkische und
ägyptische Novellen

Erzählung
In: Türkische Erzählungen des 20.
Jahrhunderts, S. 32-37

Geschichten aus Anatolien
Nürtingen: Sindlinger-Burchartz, 1991, 106 S.

Mit knappen, holzschnittartigen Strichen erweckt Sabahattin Ali die kargen Reize seiner anatolischen Heimat zum Leben. Da ist immer wieder die Hochlandsteppe: abweisend, ja furchtbar in ihrer Öde und Wasserarmut, unendlich unter den ziehenden Wolkenschatten und im Spiel der vom Wind aufgewirbelten Sandhosen. Die Landschaft ist jedoch nur der Hintergrund; denn Sabahattin Ali kommt es auf die menschlichen Dinge an, auf die Tragödien, die sich in dieser kleinen Welt abspielen.

Erzählung
In: Erkundungen, S. 5-9, sowie in: Die Türkei erzählt, S. 15-19

Die Madonna im Pelzmantel

Doerlemann Verlag, 2008, 260 S.,
ISBN: 3908777380
 
In Ankara kennt man Raif Efendi als unscheinbaren, duldsamen Mann, der weder die Eskapaden seiner Töchter noch die Verleumdungen am Arbeitsplatz meistert. Kaum jemand ahnt, wer sich hinter der Maske stummen Gleichmuts verbirgt.Ein eng beschriebenes Schulheft, das Jahre in der Dunkelheit seines Schreibtischs überdauert hat, lüftet endlich sein Geheimnis. Die Aufzeichnungen führen
in das Berlin der zwanziger Jahre. Arbeiter und Bohemiens heben in miefigen Absteigen die Gläser auf eine ungewisse Zukunft, und eine geheimnisvolle junge Malerin? Die Madonna im Pelzmantel kreuzt wie zufällig Raifs Wege. Als er sie eines Abends ineinem Nachtklub singen hört, weiß er, daß ihrer beider Schicksal untrennbar verwoben ist. Sabahattin Ali erzählt von dem ebenso mutigen wie schmerzhaften Versuch, Fremdheit in Nähe zu verwandeln. Einehinreißende deutsch-türkische Liebesgeschichte und eine Ode an das Berlin der wilden Zwanziger.

Erzählung
In: Erkundungen, S. 10-31

München, Stimme der Völker, 1948

Zwei Erzählungen
In: Die Pforte des Glücks, S. 200-208 und 258-266

In: Modern Türk Klasikler, S. 6-25

Erzählung
In: Geschichten aus der Geschichte der Türkei, S. 52-65

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