türkischdeutsche-literatur

Emre, Yustus

1249 - 1321
„Anatolischer Volksdichter des frühen 14. Jahrhunderts. Seine sowohl mystisch wie auch sozialkritisch interpretierte Dichtung beeinflußte jahrhundertelang die nicht höfisch orientierte türkische Volksdichtung und ist bis heute Vorbild für die sozial engagierten Lyriker der Türkei geblieben.“ (P. Kappert)
„Yunus Emre in Zentral-Anatolien, der seine türkische Muttersprache zu einem Vehikel des mystischen Ausdrucks umformte – er hinterließ der Türkei einen Schatz einfacher, tiefgefühlter, bewegender und leicht zu behaltender Verse, die die Schulkinder heute noch kennen...Yunus war, wie er sagt, vierzig Jahre lang (Zahl der Ausdauer!) Jünger eines Mystikers namens Tapduk Emre. Offenbar formten die Emre eine Untergruppe von Mystikern in Anatolien, wo anscheinend das alte System, sich einem Meister lose anzuschließen, noch gepflegt wurde, bevor die großen Orden dort eine missionarische Tätigkeit entwickelten. Der Mystische Sänger wanderte durch das Land und mag vielleicht sogar Rumi in dessen letzten Lebensjahren getroffen haben. Nach letzten Forschungen starb er 1321 in Alter von 72 Jahren; verschiedene Orte in der Türkei behaupten, seine letzte Ruhestätte zu besitzen.“

Werke

Mit 8 Zeichnungen von Ingrid Schaar
Köln, Önel Verlag, 1991, 163 S.

Daglar ile Taslar ile / Mit Bergen, mit Steinen

Lyrik
Enthält auch Gedichte von
Pir Sultan Abdal. (s. a. S....)
Berlin, Harran, 1981, 40 S.

Volksdichtung
Illustrationen von Hakki Sabancali
Frankfurt a. M., Dagyeli Verlag, 1986, 144 S., ISBN 3-9243-204-4-6

Erzählt von Annemarie Schimmel
Mit Zeichnungen von Ingrid Schaar
Köln, Önel Verlag, 1989, 94 S.
Annemarie Schimmel (1922 – 2003) lehrte in Marburg, Ankara und Bonn und war als Islamwissenschaftlerin an der Harvard Universität tätig. Für ihr umfangreiches Werk und ihr kulturvermittelndes Wirken erhielt sie zahlreiche Ehrentitel und literarische Preise. In diesem Buch hat sie ihre Übertragung der Verse Yunus Emres aus dem Türkischen in eine Geschichte verwoben.59

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