türkischdeutsche-literatur

Uzun, Mehmed

1953 - 2007

Mehmed Uzun 1953-2007, wurde im Norden Kurdistans auf türkischem Boden geboren und ist dort in einer Gegend aufgewachsen, wo sich die kurdische Literatur und Volksdichtung gegenseitig beeinflusst haben. Die wichtigen kurdischen Sagen, Märchen, Lieder und Totenklagen werden in dieser Gegend erzählt und gesungen. Mehmed Uzun besuchte türkische Schulen und war im Türkischen bald genauso beheimatet wie im Kurdischen, seiner Muttersprache. Seit 1971 wurde er aufgrund seiner politischen und journalistischen Tätigkeiten in der Türkei mehrfach verhaftet, so dass er 1977 ins schwedische Exil ging. Dort trug er gemeinsam mit anderen Intellektuellen dazu bei, die kurdische Literatur wieder zu neuem Leben zu erwecken, indem er sich aktiv an der Herausgabe von verschiedenen Zeitschriften in kurdischer Sprache beteiligte. Er war Miglied des PEN-Clubs und des schwedischen Schriftstellervereins. Im Rahmen seiner Mitarbeit am Kurdischen Institut gab er die wissenschaftliche Zeitschrift „Kurmanci“ heraus. Neben zahlreichen literatur- und kulturhistorischen Veröffentlichungen hat er sechs Romane verfasst. 1994 wurde ihm der Prinz-Wilhelm-Preis verliehen. Mehmed Uzun starb 2007 nach einem langen Krebsleiden in Diyarbakir.

Werke

Im Schatten der verlorenen Liebe

Im Schatten der verlorenen Liebe
Mit einem Vorwort von Yasar Kemal
Zürich, Unionsverlag, 1998, 221 S.,
ISBN 3-293-20126-1
Memduh Selim, einer der geistigen Wegbereiter der kurdischen Erneuerungsbewegung zu Beginn des Jahrhunderts, wird zermürbt zwischen der Verantwortung für das kurdische Volk und seiner Liebe zu Feriha, einem tscherkessischen Mädchen. Im Exil zieht er rastlos von einer Stadt zur anderen, lässt Paris, Stembol, Alexandria und Beirut hinter sich, nur um immer wieder von neuem aufbrechen zu müssen. In diesem modernen kurdischen Roman untermalen die Klänge der Barden eine Tragödie, erzählen vom Leid, aber auch von den großen Liebesepen des kurdischen Volkes.

„Mehmed Uzun geht in die Geschichte der Kurden ein, nicht nur mit seinem literarischen Schaffen und seiner zutiefst humanistischen Lebenseinstellung, sondern auch als Schöpfer einer neuen, modernen kurdischen Schriftsprache.“

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