türkischdeutsche-literatur

Uyurkulak, Murat

1972 in Aydın geboren, studierte zunächst Jura, dann Kunstgeschichte in Izmir, brach jedoch beides ab und zog schließlich nach Istanbul. Dort arbeitete er u. a. als Kellner, Übersetzer, Journalist und Verleger. Heute ist er Auslandskorrespondent der Tageszeitung „Birgün“. Zudem hat er Bücher u. a. von Edward Said und Mikhail Bakunin ins Türkische übersetzt. Sein erster Roman wurde 2002 veröffentlicht und erregte sofort größtes Aufsehen, seither gilt Murat Uyurkulak als eine wichtige literarische Stimme in der zeitgenössischen türkischen Literatur. Theaterfassungen liegen von „Zorn“ bereits auf Deutsch und Polnisch vor. Sein zweiter Roman „Har“ wurde von der Literaturkritik ebenfalls enthusiastisch rezipiert.

Werke

Zorn

Roman
Nachwort von Jens Peter Laut
Zürich, Unionsverlag, 2008, 352 S.,
ISBN 3-293-10011-2
Ein alter Kämpfer – mit Beinamen „der Dichter“ – und ein junger Enthusiast reisen zufällig im selben Zugabteil nach Diyarbakir, trinken, rauchen Hasch, reden, bis „der Dichter“ auf einmal dem jungen Mann ein Konvolut mit Manuskripten in die Hand drückt und sagt: „Los, lies!“ Die lose miteinander verwobenen Erzählungen, Beschreibungen und Gespräche handeln, wie der junge Mann bald feststellt, von seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Gleichzeitig wird damit die Geschichte einer ganzen Generation erzählt, die die Hoffnung auf eine Revolution nie aufgegeben hat. Dieses Erstlingswerk ist eine literarische Sensation und sorgte bei seinem Erscheinen für Furore, weil der Roman auf hohem sprachlichem Niveau sämtliche Tabus bricht. Gleichzeitig hat der junge Autor mit „Zorn“ die inoffizielle Geschichte der Türkei seit den 1950ern bis heute geschrieben.

Zurück