türkischdeutsche-literatur

Soysal, Sevgi

1936 - 1976

Geboren 1936, gestorben 1976 in Istanbul. Studium der klassischen Philologie in Ankara und der Theaterwissenschaften in Göttingen. Sie schrieb Erzählungen und Romane, in denen das Emanzipationsstreben intellektueller junger Frauen der bürgerlichen Schicht, oft verbunden mit politisch-ideologischer Neuorientierung, ein wiederholt behandeltes Thema ist. Die enge Affinität zu Deutschland ergibt sich aus der Herkunft ihrer Mutter.

Werke

In: Türkische Erzählungen des 20. Jahrhunderts, S. 214-220

Erzählung
In: Erkundungen, S. 337-347

In: Aufbruch aus dem Schweigen, S. 9-20, bzw. in: Frauen in der Türkei, S. 7-19

Erzählung
In: Erkundungen, S. 304-336

In: Geschichten aus der Geschichte der Türkei, S. 207-217
Sowie in: Entschleierung, S. 175-186

Titelgestaltung und Zeichnungen: Selçuk Demirel
Hamburg, Buntbuch Verlag, 1. Aufl. 1982, 112 S., ISBN 3-88653-035-3
Ein ungewöhnliches Buch aus der Türkei. Die türkische Autorin erzählt Geschichten aus dem Leben einer Frau, die revoltiert gegen das Missverhältnis zwischen dem, was sie sich wünscht und dem, was sie bekommt. Doch Tante Rosa ist keine Türkin, sondern eine Deutsche — bayrisch, katholisch, aus einer „Vor- Gastarbeiterzeit“ — und sie ist eine ambivalente Figur, die in sich die Kritik der Autorin an der aufgezwungenen Rolle der Frau mit ihren Zweifeln am Sinn emanzipatorischer Kraftakte vereint. Mit den Mitteln der Groteske, der Ironie und türkischem Galgenhumor wird dabei mühelos Erheiterung, Faszination und Erschrecken beim Leser erzeugt. Erika Werner
Vgl. Das erzählerische Werk der türkischen Autorin Sevgi Soysal. Siehe Teil 2: Furrer, Priska

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