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Mungan, Murathan

Geboren 1955 in Istanbul, studierte Theaterwissenschaft an der Universität Ankara. Arbeitete als Dramaturg an staatlichen Theatern. Lebt in Istanbul.

Sein umfangreiches Werk umfasst Theaterstücke, Essays, Gedichte, Erzählungen und Romane. In seinen Büchern verbindet er die Mythologie des Orients mit der Gegenwart, die Tradition mit der Moderne. Mungan bekennt sich offen zum Schwulsein.

Einer der vielseitigsten und  populärsten Autoren der türkischen Gegenwartsliteratur.


„Kompromisslos bearbeitet Murathan Mungan seine literarischen Lebensthemen: Liebe und Freiheit. Seine Sprachgewalt, aber auch sein persönlicher Mut zum Bruch mit gesellschaftlichen Konventionen verleihen ihm Unabhängigkeit und garantieren seinen Erfolg. Wer in der Türkei einen Buchladen betritt, kommt an Murathan Mungan kaum vorbei. Er erreicht Auflagen von Hunderttausend. Wer unter türkischen Popstars etwas auf sich hält, hat ein Lied von ihm vertont. Mungan jongliert mit seinen Talenten. Er scheut das Triviale nicht, und er liebt die Tiefgründigkeit.“ (Sibylle Thelen, Stuttgarter Zeitung)

Werke

In: Die Türkei erzählt, S. 176 – 198

Palast des Ostens

Aus dem Türkischen von Zürich, Unionsverlag, 2006, 320 S.,
ISBN 3-293-10005-8

Tschador

Roman
München, Blumenbar Verlag 2008, ca. 160 Seiten, ISBN 978-3-936738-41-4
Vorankündigung

Ein junger Mann namens Akbhar kehrt nach Jahren des Exils in sein Heimatland zurück. Ängstlich, aber auch von Hoffnung getrieben, begibt er sich auf die Suche nach den Menschen, die er einst geliebt und in seinem Herzen aufbewahrt hat: die Mutter, die Schwester, seine Geliebte. Ein neues Regime ist an der Macht, das Land ist sichtbar vom Krieg zerstört, er erkennt es kaum wieder. Die Orte der Kindheit und Jugend scheinen unauffindbar zu sein. So irrt Akbhar von Tür zu Tür, von Stadt zu Stadt. Was ihn am meisten beunruhigt, ist der Anblick der Frauen, deren Gesichter hinter einem Tschador versteckt sind – so als wäre damit die „Hälfte des Lebens“ ausgelöscht, wie er sagt.

In: Jedem Wort gehört ein Himmel,
S. 114-130

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