türkischdeutsche-literatur

Lıvanelı, Zülfü

Zülfü Livaneli, 1946 in Ankara geboren, wurde als Sänger und Komponist international berühmt. Er hat zu über dreißig Filmen die Musik geschrieben, rund dreihundert Lieder komponiert und in Europa und den USA hunderte von Konzerten gegeben. Für sein Schaffen als Filmregisseur und Autor hat er verschiedene Preise erhalten.


„1995 wurde Livaneli zum Special Advisor des Generaldirektors und zum Botschafter der UNESCO ernannt und begann an weltweiten Friedensprogrammen mitzuarbeiten. Seine umfassenden Tätigkeiten, die ihn auf zahlreichen Reisen in mehrere Länder führten, scheinen ihm ebenso mühelos von der Hand zu gehen wie sein über fünf Jahre dauernder Einsatz als Abgeordneter in Ankara und als Mitglied des Europäischen Parlaments…“ Osman Okkan

Werke

Unionsverlag, 2002, 160 S.,
ISBN 3-293-20235-7
Eingemauert in einer Kammer seines Palasts in Istanbul wartet der Padischah, Herrscher über das Osmanische Reich, auf seine Hinrichtung. Eine Intrige seiner machttrunkenen Mutter hat ihn zu Fall gebracht. Die einzige Verbindung des Herrschers zur Außenwelt ist sein Diener, der Eunuch, der sich ein Leben lang mit Leidenschaft unterwarf und nun zum Lehrer und Meister seines gefangenen Herrn wird.

Berlin, Ararat, 1982, 205 S.

Glückseligkeit

Roman
Stuttgart, Klett-Cotta Verlag 2008, 320 S., ISBN 978-3-608-93792-3
Ein kleines Dorf in Ostanatolien ist in Aufruhr. Ein junges Mädchen soll sterben, weil der Imam sie vergewaltigt hat. Ihr Cousin, gerade aus dem Krieg gegen die kurdische PKK zurückgekehrt, soll sie nach Istanbul bringen, um sie zu ermorden. Doch dort stoßen die beiden auf eine ganz andere Türkei. Ihre Weltbilder geraten ins Wanken...

Zürich, Unionsverlag, 2005, 256 S.,
ISBN 3-293-00345-1
Sami Baran, in der Türkei politisch verfolgt, verschlägt es ins Exil nach Schweden. Als er erkrankt und in eine Stockholmer Klinik eingeliefert wird, begegnet er dort einem alten, schwer kranken Mitpatienten. Wie Sami selbst stammt auch dieser aus der Türkei. Er kommt ihm bekannt vor. Wo nur hat er ihn zuvor gesehen? Was Sami zunächst nur vermutet, wird bald zur Gewissheit: Der gebrechliche Alte war einst ein mächtiger Beamter und erteilte den Befehl zur Erschießung von Samis Geliebten und zu seiner Folterung im Gefängnis. Was soll
er nun tun? Sich zu erkennen geben?
Ein Eingeständnis der Schuld verlangen? Sich rächen? Die Wunden der Vergangenheit brechen auf.
Zülfü Livaneli, der selbst mehrere Jahre in Schweden im Exil lebte, wurde für diesen eindrücklichen Roman 2001 mit dem Yunus Nadi Literaturpreis ausgezeichnet.

Lieder/Gedichte (mit Noten)
Berlin, Ararat, 1981, 70 S.
Das Buch enthält Texte von Yunus Emre (13. Jh.) bis Refik Durbas (geb. 1944), mit Noten von Zülfü Livaneli, dem auch in Europa bekannten türkischen Musiker, die er in der Saz-Tradition komponierte.

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