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Kür, Pınar

Pınar Kür, am 15. April 1943 in Bursa geboren, ging in New York zur Schule, studierte an der amerikanischen Universität in Istanbul und promovierte in Paris an der Sorbonne im Fach Literatur- und Theaterwissenschaften. Ihr erster, politisch brisanter Roman “Yarın Yarın“ (Morgen, Morgen), der die militärische Machtübernahme vom 12. März 1971 thematisiert, erschien 1976. 2006 feierte sie ihr 30-jähriges Jubiläum. In diesen 30 Jahren brachten ihre Werke immer eine unerwartete, radikale Neuerung in die türkische Literatur, aber die literarische Qualität litt nie unter der ungewöhnlichen Popularität. Tabuisierte Themen sind bis heute Markenzeichen dieser hervorragenden und unkonventionellen Autorin, in deren Werken das Leben der Frauen eine zentrale Rolle spielt: Frauenleben, auf die sie aus ungewohnten Perspektiven Licht wirft. (Literaturca)

Werke

In: Entschleierung, S. 111-131

In: Jedem Wort gehört ein Himmel,
S. 65-91

Ein verrückter Baum

Erzählungen
Frankfurt a. M., Dagyeli Verlag, 1994, 226 S., ISBN 3 89329 119 9
Frankfurt a. M., Literaturca – Verlag, 2006, 195 S., ISBN 3935535139
Die fünf Erzählungen des Bandes „Ein verrückter Baum“ wirken durch ihre innere Verbundenheit beinahe wie ein Roman. Im Mittelpunkt aller Erzählungen steht ein altes, imposantes Mietshaus, dessen reale Entsprechung im Stadtteil Elmadag im Zentrum Istanbuls steht und das tatsächlich über ein Jahrhundert berühmten Persönlichkeiten eine (vorübergehende) Bleibe bot. Dieses beeindruckende Haus ist eine wundersame Kulisse für interessante Lebenszeiten der Bewohner, die mal in konfliktreicher, mal in harmonischer Beschreibung ins Blickfeld rücken, die meist aber ein Leben abseits des Gewöhnlichen leben. Fein ausgearbeitete psychologische Details, teils im übersinnlichen Bereich, in den einzelnen Erzählungen in unterschiedlichen Reflexionen der Figuren verfremdete, wiederkehrende Motive und eine stimmungsgerecht wechselnde, experimentelle Sprache mit Eigendynamik bieten Einblicke in das handwerkliche Können der türkischen Literatin Pinar Kür.

Frankfurt am Main, Literaturca Verlag 2008, Vorankündigung
An einer privaten Universität im Zentrum Istanbuls geschehen vier Morde. Wer steckt dahinter? Während der spannenden, aber immer wieder überraschende Wendungen nehmenden Suche nach dem Mörder, entfaltet sich ein Panoramabild der modernen türkischen Metropole, in der Westliches und Östliches zu einer kuriosen Symbiose werden. Pinar Kür, die „Grande Dame“ der türkischen Literatur, schaffte es mit diesem Krimi im Herbst 2007 auf die beste Position der türkischen Bestsellerlisten.

Auszug aus dem Roman 
Hrsg. vom Haus der Kulturen der Welt
In: Literatur aus dem türkischen Sprachraum
Berlin, Das Arabische Buch, 1991

In: Aufbruch aus dem Schweigen, S. 67-91, bzw. in: Frauen in der Türkei, S. 71-98
Sowie in: Die Türkei erzählt, S. 124-152

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