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Adalet Agaoglu

Agaoglu, Adalet

Adalet Agaoglu, geboren 1929 in Nallihan in der Provinz Ankara, studierte französische Sprache und Literatur an der Universität Ankara. Schon seit 1948 veröffentlicht sie Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele. 1951 begann sie, beim türkischen Rundfunk und beim Fernsehen als Dramaturgin zu arbeiten zudem war sie als Übersetzerin tätig. Adalet Agaoglu zählt zu den bedeutendsten Erzählerinnen der zeitgenössischen türkischen Literatur. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie beispielsweise den Sait-Faik-Literaturpreis für Kurzgeschichten, den Sedat-Simavi-Preis, den Orhan-Kemal-Literaturpreis und 1980 den Madarali-Preis. Die zentralen Themen in ihren Werken sind die Auseinandersetzung zwischen Individuum und Gesellschaft, die trügerische Scheinwelt der Konsumgesellschaft, die Entfremdung der Menschen und der Wandel traditioneller Werte.

Werke

Erzählung
In: Türkische Erzählungen des 20. Jahrhunderts, S. 85-9511


Erzählung
In: Geschichten aus der Geschichte der Türkei, S. 167-1789
Sowie in: Entschleierung, S. 7-1810

Roman
Stuttgart, Ararat, 1979, 267 S.,
ISBN 3-921889-01-4
„Der Autorin gelingt in diesem Roman die Schilderung jenes manipulierten Bewußtseins, das Sachen über Menschen stellt, aber auch die Analyse des Unterschiedes zwischen den Verhaltensformen innerhalb einer Industriegesellschaft und der traditionellen Denkweise der noch in eine Dorfgemeinschaft Anatoliens integrierten Menschen. An Bayram [den Helden des Romans], der keiner dieser beiden gegensätzlichen Welten wirklich zugehört, werden die Folgen der Entwurzelung verdeutlicht.“ (B. Ca. in Kindler)
Verfilmung: Fikrimin ince Gülü / Mercedes, Mon Amour (1987-1992), Regie und Drehbuch von Tunç Okan.

Erzählung
In: Akzente, Heft 6 / 1980

Romanauszug
In: Jedem Wort gehört ein Himmel,
S. 54-6212

Oh, Du heiliges Licht

Erzählung
Mit Grafiken von lmar Heimbach
Essen, Klartext, 1983, 96 S.
Ein Teil der Erzählung findet sich auch in: Vom Bosporus zum Ararat13 

Sich hinlegen und sterben

Roman
Nachwort Erica Glassen
Zürich, Unionsverlag, 2008,
ISBN 3-293-10012-0 (Vorankündigung)
Die Dozentin Aysel steckt in einer privaten Lebenskrise und zieht sich, zum Sterben entschlossen, in ein Hotelzimmer zurück. Denn der Konflikt zwischen gesellschaftlichen Pflichten und ihren eigenen Bedürfnissen spitzt sich zu und zwingt sie zu dieser Entscheidung. Ihren Tod vor Augen lässt sie noch einmal alles Revue passieren, erinnert sich an ihre Schulzeit in der anatolischen Provinz und die Universitätsjahre in Ankara. Sie selbst gehörte zu der kleinen Schar von Jungen und Mädchen, den Kindern der Republik, die der Lehrer Dündar nach seinen kemalistischen Idealen zu einer pflichtbewussten „Armee des Wissens“ erziehen wollte. Ihm hat sie, die Krämerstochter, es zu verdanken, dass sie studieren durfte. Heute aber will sie nur noch aus ihren eintönigen Verhältnissen ausbrechen und beginnt eine Beziehung zu einem ihrer Studenten. Einen Abend nur hatte sie ungezwungen und pflichtvergessen mit ihm verbracht, nun spürt sie neues Leben in sich keimen. Schließlich ringt sie sich durch, die Herausforderung anzunehmen – egal, ob das Kind nun von ihrem Ehemann, dem Wissenschaftler Ömer, oder dem Studenten Engin stammt. Dieser facettenreiche Bilderbogen umspannt dreißig Jahre republikanische Geschichte auf höchstem literarischem Niveau, geschrieben von einer der bedeutendsten Autorinnen der Türkei.

Erzählung
In: Aufbruch aus dem Schweigen,
S. 60-6614, bzw in: Frauen der Türkei,
S. 63-7015 

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