türkischdeutsche-literatur

Halikarnas Balıkçısı (Cevat Sakir Kabaagaçlı)

1890 - 1973

Halikarnas Balıkçısı, geboren 1890 auf Kreta als Sohn eines Botschafters, gestorben 1973 in Izmir. Er verbrachte seine Kindheit in Athen, absolvierte das Robert College in Istanbul und studierte Geschichte in Oxford. Dort lernte er auch Altgriechisch und Latein. Nach seiner Rückkehr in die Türkei (1910) schrieb und zeichnete er unter seinem bürgerlichen Namen Cevat Şakir u. a. für Zeitschriften wie Resimli Ay, Inci, bis er in der frühen Republik (1915) wegen eines Berichts über Deserteure im nationalen Befreiungskrieg nach Bodrum, ins antike Halikarnassos verbannt wurde, wo sich ihm die Antike erschloss. Er benutzte fortan das Pseudonym „Der Fischer von Halikarnassos“. In seinen Werken setzte er sich u. a. mit der Dekadenz der städtischen Zivilisation und der Würde der einfachen Fischer, Nomaden und Zigeuner auseinander. H. B. veröffentlichte zudem zahlreiche Artikel und Bücher über die Kultur Anatoliens. Er bildete auch die ersten türkischen Fremdenführer für die antiken Stätten an der Westküste aus. Seine Autobiografie Mavi Sürgün (Das blaue Exil) wurde 1992 verfilmt.

In seinen Erzählungen und Romanen schildert er voller Enthusiasmus das Meer, die Menschen an den Küsten, die Heldenepen der Ägäis und die Kriege, die diese Region in der Vergangenheit durchlebt hat. Der Autor beschäftigte sich auch mit Methoden modernen Fischfangs, der Züchtung neuer Pflanzen und der Geschichte seines Verbannungsortes. Das moderne Bodrum verdankt seine touristische Berühmheit zum großen Teil dem Exilierten.

Werke

In: Die Pforte des Glücks, S. 335-340,
sowie in: Die Türkei erzählt, S.

In: Von Istanbul nach Hakkari, S. 114-122

In: Modern Türk Klasikler, S. 34-43

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