türkischdeutsche-literatur

Gürpinar, Hüseyin Rahmi

1864 - 1944

Geboren 1864 in Istanbul, gestorben 1944 in Heybeliada-Istanbul. Lebte als freier Schriftsteller und Journalist, brachte mehrere satirische Zeitschriften heraus und schrieb Beiträge in Zeitungen. Zwischen 1936 und 1943 war er Parlamentsabgeordneter von Kütahya. Er veröffentlichte über vierzig Romane, die dem Realismus bzw. dem Naturalismus zuzuordnen sind. Gürpınar behandelt Menschen aller Schichten und bedient sich dabei sehr geschickt satirischer Elemente. Nach seinem Tode erschien eine Gesamtausgabe seiner Werke, zu denen neben den Romanen auch Erzählungen und drei Theaterstücke gehören.

Werke

Roman aus dem Haremsleben
Berlin, 1917 (Aus fremden Zungen – Bibliothek, 1.)

Roman
 O. O., 1907
Satirischer Roman von Hüseyin Rahmi Gürpinar, zuerst erschienen 1898. „Der Autor will in diesem Werk einen Beitrag zur türkischen Selbstkritik leisten, indem er die komischen Auswüchse des „Westlertums“ karikiert. Die osmanischen Türken, die bis in die Mitte des 19. Jhs. an ihren traditionellen Lebensformen festgehalten hatten, entschlossen sich unter dem Eindruck zunehmender militärischer Rückschläge zur Übernahme europäischer Wissenschaft und Technik. Diese Bewegung zeigte bald die Tendenz zu einer Imitation des Westens auf allen Gebieten, und mit den nützlichen Auswirkungen ... drangen zwangsläufig auch schädliche Einflüsse ins Land. Darunter litten der auf überkommenen Wertmaßstäben beruhende Moralkodex, die Institution der Familie und verschiedene Bereiche des sozialen Lebens. Manche türkischen Autoren haben in Schauspiel und Roman diese negativen Einflüsse heftig kritisiert und der Lächerlichkeit preiszugeben versucht; Gürpinars Mürebbiye verdient vor allem unter diesem Gesichtspunkt Beachtung.“ (B. Atsiz in Kindler)

Roman
Constantinopel, 1907 (Aus dem türkischen Leben, 1)

Romanauszüge
Hrsg. von C. Bezold
In: Orientalische Studien, Theodor Nöldke zum 70. Geburtstag.Gießen, Töpelmann, 1906. Bd. 2, S. 1081 ff.

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