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Güney, Yılmaz

Der Erzähler, Romancier, Drehbuchautor und Filmemacher Yılmaz Güney wird 1937 in Siverek geboren. Schon als 14-jähriger Junge verlässt er sein Heimatdorf, kommt in die Provinzstadt Adana und findet Arbeit als Filmverkäufer. Neben der Arbeit besucht er das Gymnasium. Er beginnt ein Jura-, dann ein Wirtschaftsstudium, doch er beendet keines der beiden. Er beschliesst, Schriftsteller zu werden und zieht nach Istanbul. Güney wird jedoch nicht als Schriftsteller, sondern als Schauspieler bekannt. Zwischen 1963 und 1966 spielt er in 39 Filmen mit und erlangt grosse Popularität. Von 1968 an dreht er vorzugsweise Filme in eigener Regie. 1974 wird Güney in einen Totschlag verwickelt und verhaftet. 1980 flüchtet er aus dem Gefängnis und setzt sich in Frankreich ab. 1984 stirbt Yılmaz Güney in Paris.

Werke

Filmdrehbuch mit 16 Farbfotos.
Hamburg, Buntbuch, 1980, 112 S.

Materialien zu einem Film von Yilmaz Güney und Serif Gören
Bearbeitet von Tayfun Demir
und Wolfgang Esch
Duisburg, Atlas Film, 1984, 48 S.,
ISBN-13: 978-3889329585

In seinem berühmten Film „Yol“ (Der Weg), 1982 in Cannes mit der „Goldenen Palme“ ausgezeichnet, führt der Sohn eines kurdischen Landarbeiters vor, dass Gewalt in der Türkei nicht nur von oben ausgeübt wird, sondern in der gesamten Gesellschaft zu finden ist, im Staat ebenso wie in der patriarchalischen Familie. Güney verschmolz in „Yol“ düstere Gefängnisse, auf Blutrache versessene Greise, geschundene Frauen und herbe Landschaften zu einem pathetischrealistischen Bilderbogen türkischer Tristesse. Sein eindrucksvoller Film rückte einem großen Publikum die bedrückende Realität der Türkei deutlicher vor Augen als manche politische Berichterstattung.

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