türkischdeutsche-literatur

Çelebi, Evliya

1611 - 1684

Evliya Çelebi, Pseudonym des Dervish Mehmed Zilli, wurde als Sohn des Goldschmiedes am Hof des Sultans in Istanbul geboren. Von 1640 bis zum Jahre 1676 reiste Evliya Çelebi durch das osmanische Reich sowie durch angrenzende Länder, als Privatmann und auch im Auftrag eines Dienstherrn. Unter den Gebieten, die er besuchte und beschrieb, sind Istanbul, der Kaukasus, der Nahe Osten, Bulgarien, die Walachei, Moldawien, Siebenbürgen, Ungarn, Wien, Serbien, Kroatien, Bosnien, Dalmatien, Albanien, Griechenland, Rußland, Mekka, Ägypten und der Sudan. Evliya Çelebis Reiseschilderungen wurden in seinem zehnbändigen Werk Seyahatname (Reisebuch) festgehalten, das der Verfasser in späteren Jahren in Kairo schrieb oder wahrscheinlich diktierte. Einige Teile des Seyahatname scheinen lückenhaft zu sein, so daß es durchaus vorstellbar erscheint, daß der Autor vor der Vollendung der Korrekturarbeit starb. Einige frühe Handschriften des Seyahatname sind uns zum Glück erhalten, so in Istanbul, Wien, London, München, Basel und Manchester. Das Seyahatname, bzw. der allergrößte Teil davon, wurde auch in verschiedenen Auflagen auf Türkisch, d.h. in der heutigen Sprache der Türkei, veröffentlicht.

Werke

Des türkischen Weltenbummlers denkwürdige Reise in das Giaurenland  und in die Stadt und Festung Wien anno 1665
Übersetzt und erläutert von Richard. F. Kreutel, Im Reiche des goldenen Apfels (Osmanische Geschichtsschreiber), Graz, (1963), 1987, 332 S.

Zurück