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Dağlaraca, Fazıl Hüsnü

Geboren 1914 in Istanbul. Wählte den Beruf seines Vaters: Soldat. Beendete seine Offizierausbildung am 30. August 1935. Am selben Tag erschien sein erster Gedichtband. Fünfzehn Jahre Militärdienst in verschiedenen Gegenden Anatoliens, fünfzehn Jahre ohne Kriegshandlungen auf türkischem Boden. Zeit zur Beobachtung. Abschied vom Heer 1950. Erste Reisen ins europäische Ausland. Danach mehrere Jahre für das Arbeitsministerium tätig. 1959 eröffnete Dağlarca in der Istanbuler Altstadt (Aksaray) die Buchhandlung KITAP (Buch). 1963-1965 veröffentlichte er dort in zweiwöchigem Abstand seine sozialkritischen Schaufenstergedichte GEGEN. Seit Anfang der siebziger Jahre lebt er als freischaffender Lyriker.

Sein 1940 veröffentlichter zweiter Gedichtband Çocuk ve Allah (Das Kind und Gott) brachte ihm den Durchbruch. Seitdem gilt Dağlarca in der Türkei als einer der bedeutendsten Dichter dieses Jahrhunderts. Er war mehrmals in der engeren Auswahl für den Nobelpreis. Seine Lyrik lässt sich mit keiner Richtung oder Schule in der Türkei oder der übrigen Welt vergleichen. Er kümmerte sich auch nie um modische Strömungen. Dağlarcas unkonventionelles, selbsttätiges Gedicht ist daher höchst kreativ. Seine Gedichte sind voll von neuen Ausdrücken, Bildern und Wörtern, dabei auch von höchster Konzentration und Differenziertheit.

Die Poesie ist die ewige Stütze des Lebens. Eine Nation, die keine Dichter mehr hervorbringt, ist, Daglarca zufolge, eine kranke und hässliche Nation.

Zeitlebens schrieb Daglarca keine einzige Zeile Prosa, dafür Zehntausende von Verse

Werke

Gedichte
Berlin / DDR: Verlag Volk und Welt, 1984, 162 S.

Ausgewählte Gedichte
Hrsg. Gisela Kraft
Berlin: Harran-Verlag, 1981, 80 S.

Gedichte
Zürich: Unionsverlag, 1999, 137 S.,
ISBN 3-293-00263-3

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