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Das türkische Liederbuch: Nachdichtungen türkischer Lyrik


Hrsg. von Hans Bethge, 3. Aufl. der zuerst 1913 im Verlag Morawe & Scheffelt, Berlin, erschienenen Ausgabe / neu hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Regina Berlinghof
Kelkheim, Yinyang-Media-Verlag, 2002, 122 S.: Ill
Klassische türkische Dichtung, vor allem Liebeslyrik gab Hans Bethge in seiner Reihe Nachdichtungen orientalischer Lyrik die Liebesgedichte der Türken des osmanischen Reiches heraus. Die ersten Gedichte dieses Bandes – beginnend mit Fuzuli aus dem 16. Jahrhundert – waren noch in der damals gültigen literarischen osmanischen Hochsprache oder auf Persisch, dem literarischen lingua franca des Orients, verfasst. Erst im 19. Jahrhundert brachen die jungtürkischen Erneuerer mit der Tradition, besannen sich auf ihre eigene Muttersprache und suchten nach einer eigenen lyrischen Ausdrucksform. Hans Bethge, geboren 1876 in Dessau / Anhalt, studierte moderne Sprachen. Seit dem zweiundzwanzigsten Lebensjahr Veröffentlichungen (Gedichte, Lyrik). Es folgten Reisetagebücher, Essays und dramatische Werke. Als freischaffender Schriftsteller und Redakteur lebt er in Berlin und war u. a. auch mit den Mitgliedern des Worpsweder Kreises und Wilhelm Lehmbruck (der ihn mehrfach porträtierte), befreundet. Reisen in Europa, ein Arbeitsaufenthalt in Spanien und eine Reise nach Ägypten bildeten den Hintergrund für seinen weiten Blick in den Orient. „Deutschland ist mein Vaterland, Europa ist mein Gartenreich, die Welt ist meine Wiese.“ Die letzten Jahre seines Lebens (er verstarb 1946) verbrachte Bethge in Kirchheim unter Teck bei Stuttgart, wo er begraben ist. Im Max-Eyth-Haus gibt es eine Gedenkstätte. Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach pflegt seinen Nachlass.

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